Die Gastronomie in Lodi entstand, im Zeichen der Gesundheit und Natur, Dank der Verarbeitung der Produkte aus den landwirtschaftlichen Betrieben der Gegend.
Die Milch fließt hier auch heute noch frisch und großzügig. Aus ihr werden Butter und verschiedene Käsesorten hergestellt. Die Butter, die heute industriell behandelt wird, wurde einst in dermaßen großen Mengen hergestellt, dass sie als grundlegender Bestandteil der Löhne der Landarbeiter verwendet wurde. In den traditionellen Rezepten aus Lodi ist sie daher immer reichhaltig vertreten.
Zu den charakteristischsten Käsesorten gehört der „Pannerone“, ein fetter, roher Weichkäse ohne Salz, der einen leicht bitteren Geschmack hat und hervorragend mit Honigtropfen ist. Der „Granone Lodigiano“ ist ein superber Tafelkäse von höchster Qualität: man sollte seine „Raspadura“ als Vorspeise probieren, d. h. seine wie Trüffel gehobelten Scheibchen. Eine weitere Spezialität ist der „Mascarpone“, der erste und zweite Gänge begleitet, aber als Hauptbestandteil von Cremen und anderen Süßspeisen betrachtet wird.
Auf den Bauernhäfen wurde einst das erste Blut der Gänse, Enten, Truthähne und Schweine mit Sahne, Milch, „Grana“ Käse, Amarettokeksen, Butter und Schokolade gemischt, um die „Turtin“ zuzubereiten, die man inzwischen nur auf wenigen Tafeln finden kann. In Gaststätten und Restaurants kann man hingegen die „Frittata con le urtis“ probieren (Spitzen einer Spargelsorte, die wild in der Natur wächst), die als Vorspeise serviert werden, oder auch das „Risotto Rugnus“, mit gehackter Wurst. Die typischen Reisgerichte, die sogenannten „Risotto“, werden mit Milch oder mit Sahne zubereitet, oder auch mit Gemüse (Kohl, Bohnen, Kürbis und Pilze). Unter den Nudelgerichten sind die „Maltagliati al Mascarpone“ besonders nennenswert. Ravioli und Tortellini sind meistens mit Käse oder Gemüse gefüllt, zum Beispiel Kürbis oder Kräutern.
Mit Mais wird die Polenta zubereitet, die eine optimale Beilage zu der „Luganega“ oder dem „Stracotto“ ist (beides Fleischgerichte), ebenso wie zu Leber und Käse. Den Ehrenplatz unter den Fleischgerichten nimmt das gefüllte Perlhuhn mit Mascarpone ein, aber es wird auch Enten-, Gänse-, Rinds- und Schweinefleisch zubereitet. Eines der leckersten Gerichte sind die „Uselin de Scapada“, Häppchen aus Speck, Leber und Lende. Nicht zu vergessen sind die Wurstsorten: „Coppa“, Salami und allen voraus der Speck, der hauchdünn geschnitten mit Pfeffer aus warmem Brot oder Grissini serviert wird.
Der Tradition nach verzehren die Einwohner von Lodi zum Heiligenfest der Diözese, San Bassiano am 19. Januar, die „Buseca“: gekochte Innerein mit Bohnen. Zahlreiche Verbände aus Lodi servieren dieses Gericht zum Heiligenfest kostenlos. Für die Liebhaber der vegetarischen Küche gibt es die „Ratatuia“, ein Gemüsetopf mit Polenta als Beilage. Im der Gegend um Lodi verlaufen zahlreiche Flüsse und daher sind auch die Fischgerichte hier zahlreich vertreten: die renommiertesten sind in Soße gegarter Aal und Stör, die weit verbreitetsten kleine, frittierte Fische. Als absolute Delikatesse werden frittierte oder in Soße gekochte Frösche betrachtet.
Die Torte aus Lodi schlechthin ist die „Tortionata“, ein Trockenkuchen mit Mandeln, die man auch in den besten Konditoreien erstehen kann. Auf den Menüs der Restaurants findet man hingegen den „Strachin Gelad“, eine Eistorte mit Mandeln, Bitterschokolade, Sahne, Butter und heißer Schokolade, oder aber Apfel- und Birnenfladen.
Die Gerichte der Küche aus Lodi werden jedes Jahr im Herbst mit einem gastronomischen Festival gefeiert, auf Initiative des Fremdenverkehrsvereins der Gegend um Lodi. Die Menüs der Restaurantbetreiber bieten zu einem Festpreis eine Reihe an Kostproben für jeden Gang. Zwischen Oktober und November, gleichzeitig zu dem oben genannten Festival, werden außerdem Kunst- und Kulturveranstaltungen und Führungen durch architektonische Bauwerke und kunsthandwerkliche Ateliers organisiert.
August.2002
In Zusammenarbeit mit E.R.S.A.F., Ente Regionale per i Servizi all'Agricoltura ed alle Foreste